Bei manchen Distributionen kann man als wagemutiger Mensch nicht nur die Stabile Software einsetzen, sondern auch aktuellere Software, welche unter Umständen nicht ganz problemlos läuft.

Jeder Distributor hat auch seinen eigenen Bezeichnungen:

Debian

  • stable
  • testing
  • unstable

Gentoo

  • stable
  • unstable
  • „Doesn't work“

Unstable bei Debian und „Doesn't work“ bei Gentoo enthalten die aktuellste Software. Innerhalb kurzer Zeit nach dem Release der Developer werden Pakete dafür bereitgestellt.
Wenn sich bei der Software einige Zeit lang keine groben Fehler ( Bugs ) ergeben, werden sie in die nächste Stufe gehoben: Testing bei Debian bzw. unstable bei Gentoo.
Nach längerer Zeit ohne groben Bugs wird die Software schließlich in den Stable-Zweig übernommen. Stable Software hat in der Regel schon einige Zeit am Buckel aber ist dafür einigermassen zuverlässig.

Was sind Fehler (Bugs)

Bugs entstehen durch Programmierfehler oder ungültige Abhängigkeiten. Sie können sich unterschiedlich äussern: Fehler bei der Installation, bei der Ausführung, …

Wenn ein Anwender einen solchen Fehler gefunden hat, sollte er diesen melden. Dafür bieten die Distributoren eigene Portale ( z.b. http://bugs.gentoo.org oder http://bugs.debian.org ). Hier kann man auch die nach Bugs oder vermeintlichen Bugs suchen und so evtl. die Lösung für ein Installationsproblem finden.

Wie stellt man auf eine andere Variante um?

Unter Debian funktioniert das folgendermassen:

  • In der Datei /etc/apt/source.list bei allen Zeilen stable durch testing oder unstable ersetzen.
  • anschließend apt-get update durchführen
  • zum Abschluß mit apt-get dist-upgrade die gesamte Installation durch Pakete der gewünschten Variante ersetzen.

Unter Gentoo wird es anders gehandhabt. Hier erhalten Pakete eine sogenannte Maskierung. Die gewünschte Maskierung zur Installation wird durch eine Umgebungsvariable ACCEPT_KEYWORDS gesetzt. Diese setzt sich aus der Maske und der Systemarchitektur zusammen. Default ist stable. Dies entspricht der Maskierung „x86“, wobei hier x86 hier für die Architektur steht. Andere Möglichkeiten sind ppc oder amd64.
Gesetzt werden kann diese Variable in der Datei /etc/make.conf durch Einfügen einer Zeile ACCEPT_KEYWORDS=„x86“.
Unstable wird durch die ~ ( Tilde ) angegeben. dh. ~x86.
„Doesn't work“ wird durch - maskiert. dh. -x86
Anschließend muss noch emerge -uD world ( u fuer Update and D for Deep, also ein tiefgreifendes Update. Heisst soviel wie, es werden alle pakete durch die neueste Version ersetzt nicht nur die Abhaengigkeiten) durchgeführt werden.

Es besteht auch die Möglichkeit einzelne Pakete einer anderen Stufe zu installieren. Dies kann nötig sein, um eine bestimmte Version einer Software zu verwenden.

Unter Debian muss man dazu in der Datei /etc/apt/sources.list die bestehenden Einträge kopieren und bei den neuen Einträgen stable durch die benötigte Stufe ersetzen.
Nach einem apt-get update kann mittels apt-get install -t unstable <Paket> oder entsprechend apt-get install -t testing <Paket> das gewünschte Paket installiert werden.

Unter Gentoo trägt man einzelne Pakete und gewünschte Maskierung in die /etc/portage/package.keywords ein:
<“„Paket1““> ~x86 <“„Paket2““> -x86